Analoge Fotografie - so wie ich es mache

Eigentlich wollte ich mir die Mühe ersparen, die man sich beim Fotografieren mit Film aufhalst. Digital ist doch so einfach, schnell und bequem.
Durch den Kauf der Revueflex SC2 gefolgt von Nikon F-501, Rollei 35 T, Pentax MG und zuletzt Revue AC4 SP war ich aber doch gezwungen, mich wieder mit den Umständen der analogen Fotografie auseinanderzusetzen. Dies ist mein Status Quo, so gehe ich derzeit Fotos mit meinen Analogis um.


Der Film - ohne geht es nicht

Farbe oder schwarz-weiß?

Für mich keine Frage, analog geht heute nur in schwarz-weiß.

Wenn man mit den Oldtimern loszieht, dann muss diese Fotopirsch etwas Besonderes an sich haben. Herumhantieren mit der alten Technik, bedenken, was alles anders läuft, genau zu überlegen, wofür man das Stückchen Negativ verschwendet. Dann ist es nur noch ein kleiner Schritt zur Zweifarbigkeit.

Hersteller und Filmarten

Welch' weites Feld ...

Es gibt nicht mehr viele Marken und Filme auf dem Markt, aber sie sind alle besonders, jeder Film ist anders, Korn, Auflösung usw. Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. Obwohl das Angebot begrenzt ist, ist noch ausreichend Platz zum Experimentieren.

Hier die bislang von mir benutzten Filme und meine Erfahrung damit auf (nach ISO sortiert):

Ilford Delta 100

Derzeit in der Rollei 35 T eingespannt. Abwarten.

AGFA APX 100

Derzeit in der Revue AC4 SP drin. Abwarten.

Ilford FP 4 Plus (ISO 125)
Dieser ist mein Lieblingsfilm. Obwohl er wenig empfindlich ist, hat er ein schönes, leichtes Korn, schöne Kontraste. Macht schöne Fotos. Bereits mehrmals eingesetzt (Nikon F-501 und Revue AC 4 SP).
Der Film ist auch mein Lieblingsfilter beim Umwandeln von farbigen Digitalfotos in schwarz-weiß mittels Silver Efex 2 aus der NIK-Collection.

Ilford HP 5 Plus (ISO 400)
Trotz stärkerem Korn hat der Film eine feine Zeichnung, stärkere aber angenehme Kontraste. Kann mit Graufilter auch bei schönem Wetter belichtet werden. Mehrmals eingesetzt (Revueflex SC2, Rollei 35 T und Nikon F-501).

Ilford XP 2 Super (ISO 400)
Dieser Film war der erste in der Revueflex SC 2, sollte eigentlich die Qualität der alten Kamera unter Beweis stellen, ist dafür aber vollkommen ungeeignet. Wurde mir ohne Beratung verkauft, hätte ich gewusst, dass dieser Film im Farbprozess entwickelt werden muss und sich durch bläulich-braune Verfärbungen auszeichnet, ich hätte einen anderen genommen.
Anfänglich hatte ich den Film versucht, mit dem Farbstich zu digitalisieren - bin dann aber zum normalen Schwarz-Weiß übergegangen. Dann ist der Film fein auflösend und interessant in der Helligkeitsverteilung. Spannend.


Die Filmentwicklung

Gar nicht mehr so einfach!

In Bremen gibt es mit MeinLab wieder einen kleinen Betrieb, der sich mit analoger Fotografie beschäftigt. Die ersten Filme wurden vom Inhaber Sven Tront entwickelt und gescannt - mit dem Ergebnis bin ich zufrieden. Weitere Aufträge werden folgen!

Ansonsten gibt es in Bremen zwei neue Fotofachgeschäfte. Es ist zu noch herauszufinden, ob und wie die beiden mit analogem Material, speziell in schwarz-weiß, umgehen.

Natürlich könnte ich mir auch eine Entwicklerdose, Chemikalien, eine Uhr usw. zulegen und die Gästetoilette zur Dunkelkammer umfunktionieren. Genau das wollte ich aber nicht, als ich mich wieder der analogen Fotografie zuwandte - bislang jedenfalls nicht.


Digitalisierung

Durch die Digitalfotografie sind PC und Monitor zu wichtigen Werkzeugen geworden, da müssen dann auch die analogen Schätze in die digitale Welt überführt werden.

Zunächst wurde die Digitalisierung von den Fotofachgeschäften übernommen, die auch die Filme entwickelt haben. Die Qualität war aber nicht immer gut, die Auflösung mit 5 bis 7 MP eher gering - da können sogar die alten Analogen mehr Auflösung bieten!

Habe es dann auch mit Eigenarbeit gemacht, mein ureigener Weg zum digitalisierten Negativ ist unter dem Punkt Negativscanner zusammengefasst.

Die letzten Filme sind in einem Zuge mit der Entwicklung bei MeinLab von Sven Tront digitalisiert worden. Ergebnis ist gut, Vorgaben (keine Veränderung des Scans hinsichtlich Belichtung und Kontrast, tif-Datei etc.) wurden exakt eingehalten, die erforderlichen Nacharbeiten (Staub) waren gering.


Fotos auf Papier

Da haben wir schon das "Böse Wort" - PAPIER.

Bei den großen Fotolaboren gibt es kein echtes Schwarz-Weiß-Papier mehr, es wird nur noch auf Farbpapier belichtet. Aber, meine Erfahrung ist, dass man ein digitales Schwarz-Weiß-Foto auch auf Farbpapier in schwarz und weiß entwickeln kann. Man sollte im Auftrag auf die Zweifarbigkeit hinweisen und sich auch nicht scheuen zu reklamieren.

Aber auch hierfür gibt es bei MeinLab -zumindest für einzelne Belichtungen in größerem Format- eine Lösung. Der Preis ist zwar höher, aber wenn die Qualität stimmt, kann man sich wieder ein echtes (!) Schwarz-Weiß-Foto an die Wand hängen. Muss ich mal ausprobieren.

 


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